B2B-Website-Relaunch: die Checkliste, die deine Rankings überlebt

· 5 Min. Lesezeit · webdesignr

Grüne Wiese im Morgenlicht als Sinnbild für einen sauberen Website-Relaunch

Deine Website ist gewachsen, aber sie zeigt es nicht mehr. Design, Struktur und Tempo passen nicht zu dem, was dein Unternehmen heute ist. Wenn du sie einem neuen Kunden zeigst, erklärst du eher, warum sie so aussieht, als was ihr eigentlich könnt. Ein Relaunch ist der naheliegende Schritt. Er ist allerdings auch der Moment, in dem die meisten B2B-Unternehmen still Sichtbarkeit abgeben, die sie sich über Jahre erarbeitet haben. Diese Checkliste sortiert, was in welcher Reihenfolge passieren muss.

Website-Relaunch
Ein Website-Relaunch ist der technische und strukturelle Umzug einer bestehenden Website auf eine neue Basis: neues Design, neue Informationsarchitektur, oft ein neues CMS oder Framework, während URLs, Rankings und Sichtbarkeit erhalten bleiben sollen. Ein Redesign dagegen ändert nur das Erscheinungsbild einer Seite, ohne Struktur oder URLs anzufassen. Der Unterschied entscheidet, welche Risiken du einplanen musst: Ein Redesign kostet kaum Rankings, ein missglückter Relaunch schon.

Was ein Relaunch wirklich kostet

Die Bandbreite ist groß, weil „Relaunch“ für drei sehr unterschiedliche Projekte steht. Manche Unternehmen tauschen nur das Theme, andere bauen die komplette Informationsarchitektur neu, wieder andere wechseln gleichzeitig CMS, Hosting und Tracking. Die folgende Einordnung hilft dir, dein eigenes Projekt einzusortieren, bevor du ein Angebot einholst.

Grobe Orientierung – der tatsächliche Aufwand hängt von Seitenzahl, Integrationen und internen Freigabeprozessen ab.
UmfangDauerInvestition
Theme-Wechsel auf bestehender Struktur2–4 Wochenniedriger vierstelliger Bereich
Struktureller Relaunch mit neuer Informationsarchitektur6–10 Wochenmittlerer bis hoher vierstelliger Bereich
Vollständiger Relaunch mit CMS-Wechsel und Content-Migration10–16 Wochenfünfstelliger Bereich

So planst du deinen B2B-Website-Relaunch

  1. 1. Ziele und KPIs festlegen

    Definiere vor dem ersten Wireframe, was der Relaunch erreichen soll: mehr Leads, kürzere Sales-Zyklen, eine bessere Absprungrate. Ohne Ziel misst du hinterher nur, dass sich etwas geändert hat – nicht, ob es besser wurde.

  2. 2. Content-Audit durchführen

    Liste jede URL, die aktuell rankt oder Traffic bringt, mit Sichtbarkeit und Conversion-Beitrag. Diese Liste ist die Grundlage für die Redirect-Map in Schritt 7.

  3. 3. Zielgruppen und Personas schärfen

    Prüfe, ob sich deine Zielgruppe seit dem letzten Launch verändert hat. Ein B2B-Einkäufer erwartet heute oft andere Nachweise als noch vor wenigen Jahren.

  4. 4. Informationsarchitektur neu denken

    Baue die Struktur von den Suchintentionen deiner Zielgruppe aus, nicht von deinem Organigramm. Abteilungsnamen sind selten das, wonach jemand sucht.

  5. 5. Keyword- und Themenrecherche

    Ordne jeder geplanten Seite ein Fokus-Keyword und die Fragen zu, die sie beantworten soll, bevor Design oder Text entstehen.

  6. 6. Wireframes und Design erstellen

    Gestalte an echten Inhalten, nicht an Platzhaltertexten. Platzhalter verstecken genau die Längenprobleme, die später im laufenden Betrieb auffallen.

  7. 7. Redirect-Map erstellen

    Ordne jeder alten URL genau eine passende neue Ziel-URL zu, als dauerhafte 301-Weiterleitung. Eine Sammel-Weiterleitung auf die Startseite zählt nicht.

  8. 8. Technisches Setup vorbereiten

    Richte Tracking, Search Console, XML-Sitemap und robots.txt parallel zur Entwicklung für die neue Struktur ein, nicht erst danach.

  9. 9. Content migrieren und optimieren

    Übertrage Inhalte seitenweise statt den gesamten Baum in einem Schritt zu kopieren, und nutze den Umzug, um schwache Texte gleich zu verbessern.

  10. 10. Vor-Launch-QA durchführen

    Teste jede Redirect-Regel, jedes Formular und die Ladezeit auf einer Staging-Umgebung, bevor die DNS-Umstellung erfolgt.

  11. 11. Launch und Monitoring

    Stelle um, prüfe Indexierung und Rankings täglich in der ersten Woche und behalte die Fehlermeldungen in der Search Console im Blick.

  12. 12. Nachbereitung einplanen

    Vergleiche nach sechs bis acht Wochen Rankings, Traffic und Leads mit den Zielen aus Schritt 1 und schärfe nach, was nicht funktioniert.

Ruhige Wiese als Bild für einen strukturiert geplanten Relaunch-Workshop

Der Workshop entscheidet mehr als das Theme

Die Projekte, die nach dem Launch tatsächlich besser performen, beginnen fast immer gleich: mit einem Workshop, in dem wir Ziele, Zielgruppen und die Schritte oben durchgehen, bevor eine einzige Seite gestaltet wird. Das kostet vorn ein bis zwei Tage und spart hinten die Nacharbeit, die sonst erst nach dem Launch auffällt.

Für einen Relaunch jetzt

  • Deine Struktur oder dein CMS bremst dich technisch aus, und jede Anpassung wird zur Sonderlösung.
  • Design und Content passen nicht mehr zu dem, was dein Unternehmen heute anbietet oder wie es auftritt.
  • Du planst ohnehin einen Rebrand, ein neues CMS oder eine neue Produktlinie, die eine neue Struktur braucht.

Für schrittweise Iteration

  • Die Grundstruktur funktioniert, es hakt nur an einzelnen Seiten oder an der Ladezeit.
  • Dir fehlen Budget oder Kapazität für ein mehrwöchiges Projekt mit Redirect-Risiko.
  • Ein A/B-Test auf bestehenden Seiten würde dieselbe Frage schneller und risikoärmer beantworten.

Häufige Fragen

Verlieren wir beim Relaunch unsere Rankings?

Nur wenn Redirects fehlen oder falsch gesetzt sind. Mit einer vollständigen 301-Redirect-Map von jeder alten auf die passende neue URL bleiben Rankings und Linksignale in aller Regel erhalten. Rechne trotzdem mit kurzfristigen Schwankungen, während Google die neue Struktur neu bewertet.

Wie lange dauert ein B2B-Website-Relaunch?

Je nach Umfang zwischen zwei und sechzehn Wochen, siehe die Übersicht oben. Der größte Zeitfaktor ist meist nicht das Design, sondern die Content-Migration und die Abstimmung mit internen Freigabeprozessen.

Brauchen wir für den Relaunch ein neues CMS?

Nicht zwingend. Wenn dich dein aktuelles System nicht technisch einschränkt, lohnt sich oft nur ein struktureller und gestalterischer Relaunch auf derselben Basis. Das spart Zeit und Migrationsrisiko.

Was passiert mit unserem Blog und den bestehenden Artikeln?

Jede Artikel-URL bekommt eine eigene Zielseite und einen eigenen Redirect. Inhalte, die noch aktuell sind, werden übernommen und wo nötig überarbeitet; veraltete Artikel werden konsolidiert statt einfach gelöscht, damit keine Rankings ins Leere laufen.

Sollten wir während des Relaunchs auch die Domain wechseln?

Nur wenn es einen zwingenden Grund dafür gibt, zum Beispiel einen Rebrand. Ein Domainwechsel ist ein eigenes Risiko zusätzlich zum Relaunch und sollte separat geplant und gemessen werden.

Wie messen wir, ob der Relaunch erfolgreich war?

An den Zielen aus Schritt 1: Rankings, organischer Traffic, Leads und Conversion-Rate im Vergleich zu den acht Wochen vor dem Launch. Das neue Design ist keine Kennzahl.

Städte

Wo wir als Webdesigner helfen

Unser Studio sitzt in Böblingen, zusammengearbeitet wird remote und deutschlandweit. Was das für Unternehmen in diesen Städten heißt, steht auf der jeweiligen Seite.

Dieser Beitrag gehört zum Webdesign-Ratgeber, in dem das Studio festhält, was es in Projekten selbst anwendet. Wie aus solchen Einzelthemen ein stimmiges Konzept wird, von der Positionierung bis zur Seitenstruktur, beschreibt die Übersicht zu Strategie und Konzeption.

Ob ein Vorgehen trägt, zeigt sich erst am fertigen Projekt. Neben der Theorie lohnt deshalb ein Blick auf umgesetzte Websites und ihre Ergebnisse: Dort steht, was sich nach dem Launch tatsächlich verändert hat, bei Anfragen, Sichtbarkeit und Wirkung der Marke.

Willst du nach dem Lesen wissen, was davon für deine eigene Website gilt, genügt eine Nachricht über die Kontaktseite. Im Erstgespräch von 20 Minuten klärt sich meist, welche Punkte Vorrang haben und welche warten können.

Die Artikel im Webdesign-Ratgeber von webdesignr entstehen aus der Arbeit mit Dienstleistern, B2B-Unternehmen und SaaS-Teams. Sie beschreiben Vorgehen, die sich dort bewährt haben, und benennen ebenso die Grenzen: Nicht jede Website braucht einen Relaunch, nicht jedes Problem eine neue Technik.

Hinter den Beiträgen steht keine Redaktion, sondern die Praxis aus Entwurf und Programmierung in Next.js. Empfehlungen zu Ladezeit, Struktur oder Texten sind deshalb so formuliert, dass du sie selbst prüfen oder an dein Team weitergeben kannst.

Jeder Artikel steht für sich, gehört aber zu einem der Schwerpunkte des Ratgebers: Relaunch, SEO und der Aufbau von B2B-Websites. Zu jedem dieser Schwerpunkte gibt es eine eigene Themenseite, die alle Beiträge dazu sammelt.