Was eine gute Landingpage ausmacht — und was sie ablenkt
· 4 Min. Lesezeit · webdesignr

Eine Landingpage unterscheidet sich von jeder anderen Seite in genau einem Punkt: Sie hat nur ein Ziel. Keine Navigation zu anderen Themen, keine Ablenkung, ein einziger Weg für den Besucher. Dieser Artikel beschreibt den Aufbau, der dieses eine Ziel trägt, die Fehler, die am häufigsten dagegen verstoßen, und wann eine gewöhnliche Unterseite die bessere Wahl ist.
- Landingpage
- Eine Seite mit genau einem Conversion-Ziel, meist verlinkt aus einer bezahlten Anzeige, einer Kampagne oder einem einzelnen Link. Anders als eine normale Unterseite ist sie nicht Teil der allgemeinen Navigation und verzichtet bewusst auf Wege, die vom Ziel wegführen.
Warum die Hauptnavigation der häufigste Fehler ist
Die meisten Landingpages werden versehentlich in das normale Seitenlayout eingebaut — mit derselben Navigation wie jede andere Unterseite. Das wirkt konsequent, untergräbt aber den Zweck: Jeder Menüpunkt ist eine Einladung, die Seite zu verlassen, bevor die eigentliche Handlung stattgefunden hat. Eine Landingpage funktioniert besser mit einer stark reduzierten Kopfzeile — Logo, vielleicht ein Link zurück zur Startseite, sonst nichts. Wer für eine bezahlte Anzeige bezahlt hat, um jemanden auf diese Seite zu bringen, sollte diesen Besucher nicht durch das eigene Menü wieder verlieren.
Der Aufbau, der trägt
- Das Versprechen. In einem Satz, was der Besucher bekommt — nicht wer das Unternehmen ist. Der wichtigste Satz der ganzen Seite steht ganz oben.
- Der Beleg. Warum das glaubwürdig ist: eine Zahl, ein Kundenbeispiel, ein Vergleich. Ohne Beleg bleibt das Versprechen eine Behauptung.
- Der Einwand. Was den Besucher noch zögern lässt, wird direkt angesprochen — Preis, Aufwand, Risiko. Unbeantwortete Einwände beenden die Seite in Gedanken, auch wenn der Besucher weiterscrollt.
- Die Handlung. Ein einziger, klarer nächster Schritt, mehrfach wiederholt — nicht mehrere unterschiedliche Handlungsoptionen, die sich gegenseitig verwässern.
Wann eine Landingpage die falsche Wahl ist
Landingpages sind für einen einzelnen, klar abgegrenzten Zweck gemacht — eine Kampagne, ein Angebot, ein Event. Für allgemeine Sichtbarkeit in der Suche sind sie oft die falsche Wahl, weil ihnen genau das fehlt, was eine normale Seite braucht: Verlinkung zu verwandten Themen, Einordnung in eine größere Struktur, Auffindbarkeit über mehrere Wege. Wer für eine Leistung dauerhaft gefunden werden will, braucht dafür eine reguläre Seite mit Anbindung an die übrige Website — wie das aussieht, steht in unserem Artikel zum Aufbau einer B2B-Website. Die Landingpage ist das richtige Werkzeug für die einzelne Kampagne daneben, nicht für den dauerhaften Auftritt.
Was für den Text auf einer Landingpage gilt, gilt für B2B-Texte generell: Das Problem des Lesers zuerst, dann die Lösung, dann der Beleg. Ausführlicher steht das in unserem Artikel zu B2B-Website-Texten.
Landingpage passt, wenn
- Eine einzelne Kampagne oder Anzeige führt Besucher gezielt her
- Es gibt genau ein Angebot mit klarem Zeitrahmen
- Der Erfolg soll isoliert messbar sein
- Ablenkung durch andere Inhalte ist unerwünscht
Eine normale Seite passt besser, wenn
- Die Seite soll dauerhaft über die Suche gefunden werden
- Mehrere Leistungen oder Themen sollen abgedeckt sein
- Besucher sollen sich zu verwandten Inhalten weiterbewegen können
- Es gibt kein einzelnes, abgrenzbares Angebot
Häufige Fragen
Sollte eine Landingpage in der Hauptnavigation erscheinen?
In der Regel nicht. Eine Landingpage lebt davon, dass Besucher gezielt über einen einzelnen Link ankommen und ohne Umweg zur Handlung geführt werden. Ein Navigationseintrag würde sie zu einer normalen Unterseite machen und den Fokus verwässern.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang, wie nötig ist, um Versprechen, Beleg und Einwände abzudecken — das hängt vom Erklärungsbedarf des Angebots ab. Ein einfaches, bekanntes Angebot braucht wenig Text, ein komplexes oder teures mehr Beleg und mehr Raum für Einwände.
Kann eine Landingpage auch für organische Suche ranken?
Grundsätzlich ja, aber sie ist dafür meist schlecht ausgestattet: wenig interne Verlinkung, wenig Kontext, oft nur ein einzelnes Keyword im Fokus. Für dauerhafte Sichtbarkeit ist eine regulär in die Seitenstruktur eingebundene Seite fast immer die bessere Wahl.
Braucht jede bezahlte Anzeige eine eigene Landingpage?
Für unterschiedliche Angebote oder Zielgruppen lohnt sich das, weil jede Seite gezielt auf ein Versprechen zugeschnitten werden kann. Für sehr ähnliche Anzeigen mit demselben Ziel reicht oft eine gemeinsame Seite — mehrere fast identische Landingpages erzeugen vor allem Pflegeaufwand.