Website-Briefing erstellen: die Checkliste zum Abhaken
· 4 Min. Lesezeit · webdesignr

Ein Website-Briefing beschreibt, was gebaut werden soll, für wen, bis wann und wer darüber entscheidet. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Angebote vergleichbar werden und ein Projekt nicht in Rückfragen stecken bleibt. Diese Checkliste führt durch alle Punkte, die eine Agentur wirklich braucht — kurz genug, dass sie an einem Vormittag zu beantworten sind. Am Ende steht, welche Lücken am häufigsten teuer werden.
Wozu ein Briefing gut ist, wenn man doch ohnehin spricht
Der offensichtliche Nutzen: Die Agentur weiß, worum es geht. Der größere Nutzen liegt woanders. Angebote werden vergleichbar. Ohne Briefing rät jeder Anbieter, was gemeint ist. Der eine kalkuliert fünf Seiten, der andere fünfzehn, der dritte rechnet Texte mit ein. Die Preise unterscheiden sich dann um ein Vielfaches, ohne dass daraus etwas über die Anbieter folgt. Es zwingt zur Klärung im eigenen Haus. Wer aufschreiben muss, welche Leistungen eine eigene Seite bekommen, merkt beim Schreiben, dass darüber noch keine Einigkeit besteht. Diese Klärung passiert entweder jetzt oder mitten im Projekt — und dann kostet sie Zeit. Es hält fest, was nicht dazugehört. Der Punkt wird am häufigsten vergessen und verursacht die meisten Konflikte.
Die Checkliste
Sieben Blöcke. Für jeden reichen wenige Sätze — Vollständigkeit ist wichtiger als Ausführlichkeit.
- Ausgangslage: Gibt es eine Website? Was funktioniert daran, was nicht? Wenn möglich mit Zahlen statt Eindrücken.
- Ziel: Was soll die neue Seite leisten, das die alte nicht leistet? Ein Satz, keine Liste mit zwölf Punkten.
- Zielgruppe: Wer soll die Seite nutzen, und was will diese Person dort erledigen? Bei B2B: Welche Rollen sind an der Entscheidung beteiligt?
- Umfang: Welche Seiten soll es geben? Grobe Liste genügt — Startseite, Leistungen (welche einzeln?), Referenzen, Über uns, Kontakt, Blog.
- Inhalte: Wer schreibt die Texte? Wer liefert Bilder? Gibt es Logo, Schriften, Farben, oder muss das mitentwickelt werden?
- Technik: Soll etwas angebunden werden — CRM, Newsletter, Terminbuchung, Shop? Wer betreibt die Seite danach?
- Rahmen: Wunschtermin und was daran hängt. Budgetrahmen, wenigstens als Größenordnung. Wer gibt frei — eine Person, namentlich.
- Ausdrücklich nicht dazu gehört: Was ist nicht Teil des Auftrags? Mehrsprachigkeit, Shop, laufende Betreuung, Texterstellung.
Die drei Lücken, die am teuersten werden
| Die Lücke | Was daraus folgt |
|---|---|
| Niemand ist als Entscheider benannt | Jede Abstimmung braucht eine Runde, jede Runde bringt neue Meinungen. Der Termin verschiebt sich, ohne dass jemand etwas falsch gemacht hätte. |
| Unklar, wer die Texte schreibt | Beide Seiten warten aufeinander. Das ist der häufigste Grund, warum Website-Projekte monatelang stillstehen — und er ist mit einem Satz im Briefing vermeidbar. |
| Der Umfang ist nur ungefähr beschrieben | Das Angebot passt nicht zum tatsächlichen Aufwand. Entweder wird nachverhandelt, oder es wird gespart, wo es niemandem auffällt. |
Was nicht ins Briefing gehört
Gestalterische Vorgaben im Detail. „Modern und hochwertig" sagt nichts. Nützlicher sind zwei, drei Websites, die dir gefallen — mit einem Satz dazu, was daran. Das transportiert mehr als jede Adjektivliste. Technische Festlegungen ohne Grund. Wenn du kein System vorgibst, kann die Agentur eines vorschlagen, das zum Projekt passt. Legst du eines fest, sollte ein Grund dahinterstehen — etwa dass jemand im Haus es bedienen kann. Eine Liste mit fünfzig Anforderungen. Was alles wünschenswert wäre, hilft niemandem. Was unverzichtbar ist, hilft. Wenn die Website Teil eines Relaunchs ist, gehört ein Punkt zusätzlich hinein: der Bestand der alten Seite. Warum das der zeitkritischste Teil ist, steht in unserem Artikel zum Relaunch ohne Rankingverlust.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Website-Briefing sein?
Zwei bis drei Seiten reichen für die meisten Projekte. Entscheidend ist, dass alle sieben Blöcke beantwortet sind, nicht die Länge. Ein zwanzigseitiges Dokument wird selten vollständig gelesen und verliert dadurch seinen Zweck.
Müssen wir das Budget nennen?
Eine Größenordnung hilft beiden Seiten. Ohne Anhaltspunkt kalkuliert jede Agentur auf Verdacht, und die Angebote streuen so weit, dass sie nicht vergleichbar sind. Es geht nicht um eine Zahl auf den Euro, sondern um den Rahmen.
Was, wenn wir manche Punkte noch nicht beantworten können?
Dann schreib das hin. „Noch offen, Entscheidung bis Ende des Monats" ist eine brauchbare Information — eine ausgelassene Frage ist es nicht. Offene Punkte sichtbar zu machen ist Teil des Zwecks.
Brauchen wir ein Briefing, wenn wir nur eine Agentur anfragen?
Ja, dann sogar besonders. Der Vergleich von Angeboten ist nur der zweite Nutzen. Der erste ist die Klärung im eigenen Haus — und die brauchst du unabhängig davon, wie viele Anbieter du fragst.